Zusammenfassung

Das Faktorenmodell ist ein Versuch, multiples Sprachenlernen zu abstrahieren und theoretisch darzustellen. Neben dem Faktorenmodell gibt es drei bis vier andere Modelle, die aus unterschiedlichen linguistischen Perspektiven theoretisch-konzeptuell das multiple Sprachenlernen zu beschreiben versuchen. Parallel dazu laufen weitere Untersuchungen und liefern fortwährend neue Erkenntnisse und Ergebnisse. Aufgrund dieser empirischen Evidenz erfahren die Modelle laufend Revisionen, um die Faktorenkomplexion des multiplen Sprachenlernens gebührend zu berücksichtigen. Die Version 2.0 des Faktorenmodells wird in diesem Beitrag vorgestellt und erläutert.

Zusammenfassung

Zur Erhaltung und Stärkung von Mehrsprachigkeit in Europa sind besondere Strategien und Maßnahmen vonnöten. Entwicklungen in der außerschulischen bzw. -institutionellen Sprachenwirklichkeit setzen neue Öffnungen und Grenzüberschreitungen in der schulisch-institutionellen Sprachen- und Kulturvermittlung voraus: Plurilingualität und Interkulturalität als Kernbereiche der europäischen Sprachenbildungspolitik implizieren, dass die Bildungsgestaltung immer mehr um die wahren Charakteristika der sie umgebenden Realität bedacht sein will – und muss. In der Bildungspraxis generell zeigt sich dies an den Bemühungen um Kompetenzorientierung und Brückenschläge zwischen formellem und in- bzw. non-formellem Lernen, im Bereich der (Fremd-) Sprachenbildung etwa an der Beliebtheit des integrierten Sprachen- und Fachlernens (CLIL), sowie den immer vielfältigeren Einsatzmodi von computermedialen Hilfsmitteln in der schulischen Gestaltung (fremd-) sprachlicher Erlebnis- und Lernwelten. Das Konzept LangPerformist darum bemüht, einige aktuelle Entwicklungsansätze, Richtlinien und Stützinstrumente der europäischen Sprachenbildung mittels innovativer IKT-Anwendungen zu „bündeln“, für die Bildungspraxis leichter zugänglich zu machen und damit traditionelle Grenzziehungen zwischen dem schulischen und außerschulischen Sprachen- und Kulturerwerb zu relativieren.

Zusammenfassung

Wo kommt die Fremdsprachendidaktik her, wo geht sie hin? Wenn man sich mit Mehrsprachigkeitsdidaktik befassen möchte, ist ein Blick in die Geschichte des modernen (und früheren) Fremdsprachenunterrichts ebenso hilfreich wie die Kenntnis der häufigsten Widerstände gegen das Lernen mehrerer Sprachen, die von Laien, Lernenden und Lehrenden aufrechterhalten werden. Der Beitrag umreißt die wichtigsten Gründe für solche Widerstände und geht dann in einem Überblick auf eher ungewöhnliche Konzeptionen des Fremdsprachenunterrichtsein, um die Breite der heutigen Konzepte für einen Mehr-als-Fremdsprachenunterricht zu beleuchten. Auf den Hintergrund und den Stellenwert der Interkomprehensionsdidaktik wird hierbei ein besonderer Fokus gelegt.

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LINEE ist ein europäisches Netzwerk zur Erforschung der sprachlichen Diversität Europas. Im Rahmen dieses Netzwerks haben sich sechs Work Packages mit Fragen der „Mehrsprachigkeit und Bildung“ auseinandergesetzt. Die sechs Projekte werden kurz mit den wichtigsten Ergebnissen vorgestellt. Als zentraler Begriff wird „Multikompetenz“ identifiziert und dessen Erweiterung durch das Konzept des „sprachlichen Repertoires“ gezeigt: eine multikompetente Person ist dann in der Lage, ihr mehrsprachiges Repertoire kommunikativ situationsadäquat zu verwenden. Daraus werden Schlussfolgerungen für eine Mehrsprachigkeitsdidaktik gezogen, die Sprachlernende dazu führen soll, ihre Multikompetenz zu entwickeln und anzuwenden.

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Der Erwerb von Lesefertigkeiten (rezeptive Mehrsprachigkeit) in genetisch eng verwandten Sprachen ist als zentrales Prinzip allen Interkomprehensionsansätzen gemein. In Anbetracht derzeitiger Ziele der europäischen Mehrsprachigkeitspolitik wächst das Interesse an didaktischen Ansätzen, die eine schnelle Entwicklung von Sprachenkompetenzen versprechen und das Profil von kleinen und/oder Minderheitensprachen aufbessern. Obwohl solche Methoden deutlich dem europäischen Kontext entstammen, stellt sich die Frage, ob sie nicht auch in einem anderen, z. B. dem nordamerikanischen Kontext praktikabel wären. Dieser Beitrag skizziert zunächst den Entwicklungsstand der EuroCom-Methode für verschiedene Zweige der indogermanischen Sprachen sowie bisherige Probleme und Chancen der Methode. Diese Ergebnisse werden dann im Kontext der sprachen- und bildungspolitischen Situation Kanadas betrachtet. Es wird festgehalten, dass es trotz des schlechten Standes von Fremdsprachen in den kanadischen Bildungssystemen durchaus eine Nische für EuroCom oder andere Interkomprehensionsansätze geben könnte.