Zusammenfassung

Die Sprachenvielfalt im Klassenzimmer, die durch die Anwesenheit mehrsprachiger SchülerInnen, durch Dialekt Sprechende und durch den Fremdsprachenunterricht zustande kommt, öffnet im Sprachunterricht den Blick auf mehrere Sprachen und lässt im Vergleich damit auch die eigene(n) Sprache(n) neu und interessant erscheinen. Im Unterricht ergibt sich das Gespräch übermehrere Sprachen problemgeleitet, methodenbewusst und eigenaktiv, mit großen Anteilen an Schülerautonomie und Reflexion, sogar ohne besonderen methodischen Aufwand. Bei entsprechender Aus- bzw. Fortbildung der LehrerInnen, die neben dem Erwerb einer Kontrastsprache v. a. auf Einzelsprachen übergreifendes Sprachwissen und auf den Ausbau der Verstehenskompetenz zielt, sowie unter Einsatz von geeigneten Lehr-/Lernmaterialien, die zunehmend entwickelt werden, lassen sich das latente Sprachwissen und die Spracherfahrungen der SchülerInnen für den Unterricht nutzen. Die natürliche Sprachaufmerksamkeit zweisprachig Aufwachsender kann so zum kulturell und ästhetisch Reflektorischen hin ausgeweitet werden und damit zu einer Bereicherung des Regelunterrichts beitragen. Auf sanfte und unaufdringliche Weise führt also die Sprachenvielfalt zu den wesentlichen Merkmalen guten Unterrichts, wie er heute verstanden wird.