Zusammenfassung

Der Beitrag befasst sich mit den Herausforderungen bei der schulischen Anbahnung von Mehrsprachigkeit. Es wird argumentiert, dass die herausragende Stellung von Englisch als erster Schulfremdsprache mit Blick auf die angestrebte Mehrsprachigkeit unter didaktisch-methodischen und curricularen Aspekten reflektiert werden sollte. Insbesondere die über den Englischunterricht hinausreichenden Ziele sollten dabei berücksichtigt werden. Der Beitrag skizziert auf der Grundlage der vorliegenden Literatur entsprechende Diskussions- und Arbeitsfelder. Auch die Gründe für die ebenfalls recht dominante Stellung von Französisch als zweiter Schulfremdsprache in Deutschland sollten mit Blick auf die schulische Vermittlung von Mehrsprachigkeit auf ihre Gültigkeit hin untersucht werden. Hier kann insbesondere angeführt werden, dass sich das Französische als besonders geeignete Brückensprache zu anderen romanischen Sprachen – und als erste Fremdsprache sogar zum Englischen – erweist. Dies kann und sollte entsprechend im Französischunterricht genutzt werden. Der Beitrag weist abschließend u. a. darauf hin, dass die nicht nur für die Anbahnung von Mehrsprachigkeit wünschenswerte fächerübergreifende Kooperation der Sprachlehrer vielfach an den Bedingungen von Schule scheitert. Der Wunsch, Mehrsprachigkeit zu fördern, sollte folglich auch die über Fremdsprachenunterricht hinausweisenden Erfordernisse und Konsequenzen in den Blick nehmen.