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Zusammenfassung

Das Curriculum der Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie der Aristoteles-Universität Thessaloniki stellt einen möglichen Modus zur Ausbildung von DaF-Lehrkräften an germanistischen Abteilungen ohne Referendariat dar. In diesem Beitrag folgt nach einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung des Curriculums die Darstellung der aktuellen Studienordnung, die die beiden Schwerpunkte Linguistik / Didaktik und Literatur- / Kulturwissenschaften einbezieht, mit der Intention, den Studierenden Zugang zu möglichst vielen Berufsfeldern zu ermöglichen. Beleuchtet und begründet werden einzelne Aspekte des Curriculums und Entwicklungen, die zu seiner Geltung führten. Die fremdsprachendidaktische Ausbildung zu DaF-Lehrkräften war seit der Gründung der Abteilung 1960 eines der vorrangigen Ziele des Curriculums. Die angebotenen Lehrveranstaltungen in DaF-Didaktik wurden schon 1985 durch ein Hospitations- und Lehrpraktikum erweitert. Das DaF-Praktikum spielt seitdem eine wichtige Rolle in der Studienordnung des vierjährigen Diplomstudiengangs. Seine Dauer wurde von zwei Wochen in den ersten Jahren sukzessive bis 2001 auf zwei Monate erhöht. Ab dem Studienjahr 1998/99 wurde auch das Microteaching zur Vorbereitung der Studierenden auf ihr Praktikum eingeführt. Die jetzige Struktur des Vorbereitungsseminars Microteaching im vorletzten 7. Studiensemester, in dem unterschiedliche Kompetenzen sowie eine stetige Reflexion geschult werden, ist das Ergebnis langjähriger Erfahrung und intensiver Beschäftigung mit dem Praktikumsprogramm. Das gilt auch für die über die Jahre entwickelten Beobachtungsprotokolle, durch die eine ‚gesteuerte‘ und bewusste Unterrichtsbeobachtung mit fortlaufender Reflexion auch während des Praktikumsgewährleistet werden kann. Das DaF-Praktikum findet im 8. Semester an öffentlichen Primar- und Sekundarschulen sowie in DaF-Kursen privater Institutionen statt. Der Beitrag stellt ein Curriculum zur Ausbildung angehender DaF-Lehrkräfte vor, das auf fachliche, allgemeine, persönliche und interkulturelle Kompetenzen fokussiert. Es werden Ausbildungsverfahren, Instrumente und intendierte Kompetenzen dargestellt, welche durch die theoretischen Grundlagen zur Ausbildung von FremdsprachenlehrerInnen begründet sind und auf den institutionellen Gegebenheiten in Thessaloniki basieren. Die dargestellten Erkenntnisse und Erfahrungen können als Anregungen für die Entwicklung von Seminaren zur Aus- und Fortbildung von DaF-Lehrkräften dienen.

Zusammenfassung

Bildungs- und sprachenpolitische Fragen und Zielsetzungen stellen hochkomplexe Angelegenheiten bei der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft eines Landes dar. Dies zu bewältigen erfordert die Schaffung von institutionellen Rahmenbedingungen und Einrichtungen, die maßgeblich die Qualität und den Erfolg von Curriculum und Schulausbildung bestimmen. In dieser Hinsicht spielt die École Normale Supérieure (ENS) / Pädagogische Hochschule in Porto-Novo (Benin) seit ihrem Bestehen in der Lehramtsausbildung, vor allem in der Fremdsprachen- und speziell Deutschlehramts-ausbildung, eine überragende Rolle, auch wenn sie diese stets mit der philosophischen Fakultät geteilt hat, die für allgemeine akademische (Aus-)Bildung zuständig ist. Doch der ENS steht genuin die fachdidaktische und pädagogische Lehramtsausbildung zu– eine Rolle, die mit Höhen und Tiefen, mit Zäsuren und Umbrüchen einhergeht. Mit dem vorliegenden Beitrag will ich versuchen, einerseits die bisherige Deutschlehramtsausbildung an der ENS, nicht zuletzt das seit der Wiederöffnung der ENS bisher implementierte Curriculum, kritisch unter die Lupe zu nehmen, andererseits das mit der Hochschulreform verbundene Studiengangsmodell namens LMD (Licence Master Doctorat) und dessen Auswirkungen auf die universitäre Lehr- und Lernsituation in Benin zu analysieren.

Zusammenfassung

In Korea führen zwei Wege zur Deutschlehrerqualifikation: zum einen der Weg über die Lehrerausbildung in den Deutschen Abteilungen für Lehrerausbildung an den Pädagogischen Fakultäten, zum anderen der Weg über das Deutschlehrerausbildungs-programm in den germanistischen Abteilungen außerhalb der Pädagogischen Fakultäten. Die jeweiligen Ausbildungsinhalte werden vom Bildungsministerium vorgeschrieben. Das Ausbildungsprogramm ist jedoch nicht hinreichend fachdidaktisch orientiert und den Studierenden fehlt es oft an Motivation, da die Berufsperspektiven für Deutschlehrer nicht gut sind. Daher muss ein realisierbares Nahziel mit konkreten Ausbildungsinhalten angeboten werden. Vor diesem Hintergrund hat die Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) das Grüne Diplom des Goethe-Instituts als Nahzielaufgestellt und 2013 das Lehreraus- und -fortbildungsprogramm des Goethe-Instituts „Deutsch Lehren Lernen (DLL)“ in ihr Curriculum integriert. Das HUFS-DLL-Pro-gramm kann die Lehrerausbildung in Korea fachdidaktisch auf internationalen Standard bringen und auf den anstehenden Generationswechsel vorbereiten. Es motiviert die Studierenden zum Weiterstudium im Bereich Fremdsprachenunterricht bzw. Fachdidaktik. Das kann auch zur Wiederbelebung von Deutsch als Fremdsprache und Germanistikstudien in Korea beitragen.

Zusammenfassung

Der Beitrag reflektiert den Reformprozess, der sich in der universitären DaF-Lehrer-ausbildung in Ungarn in den letzten Jahrzehnten vollzog. Dabei setzt er sich mit den strukturellen und inhaltlichen Änderungen der Bildung kritisch auseinander. Die inhaltliche Erneuerung der Bildung, die sich durch eine Hinwendung zum Berufsfeldauszeichnet, wird als eine wichtige zukünftige Aufgabe dargestellt, dabei werden die vorhandenen Potenziale umrissen. Die Berufsorientierung wird als ein neuer Leitbegriff in der universitären DaF-Lehrerbildung betrachtet und dem alten Philologie-Modell entgegengehalten. In Bezug auf die berufsorientierte Ausrichtung der Bildung wird einem neuartigen Curriculum, dem Kerncurriculum, eine zentrale Rolle zugeschrieben, das eine koordinierende Funktion bei dem Angebot der Studieninhalte erfüllt.