Zusammenfassung

Unter Zuhilfenahme von größtenteils konstruktivistischen Bezugssystemen aus der Soziologie und feministischen Wissenschaftsansätzen betrachtet dieser Aufsatz die komplexe Beziehung zwischen Wissenschaft als Institution, Methodik und Erkenntnis einerseits und den Geschlechterhierarchien,die sie umgeben und durchziehen, andererseits. Der Aufsatz kontextualisiert die privilegierte Position, die Wissenschaft und wissenschaftlicher Methodik in der Soziologie zugesprochen wird, und zeichnet die Entstehung der Wissenschaftskritik in der Disziplin nach. Ebenso wird angestrebt, die Beiträge feministischer Wissenschaftskritik aufzuzeigen, die die vergeschlechtlichte Ordnung des Projekts ‚Wissenschaft‘ sichtbar gemacht haben. Indem die Umrisse der Beziehung zwischen Wissenschaft und Geschlecht offengelegt werden, zielt dieser Beitrag darauf ab, die Hegemonie moderner westlicher Wissenschaft im Kontext ihrer Ausbreitung in kolonialen Gesellschaften wie Indien zu situieren, zu problematisieren und kritisch zu untersuchen. Der Aufsatz hebt die spezifischen Herausforderungen hervor, mit denen feministische Wissenschaftskritik in Indien konfrontiert ist.

 

Der Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt von Sonja Lehmann.Sonja Lehmann promoviert in Göttingen in anglistischer Literatur- und Kulturwissenschaft zur Verknüpfung von Raum, Geschlecht und Genre in Literatur der südasiatischen Diaspora in Großbritannien.