Zusammenfassung

Der Beitrag geht auf die Wende von der „extensiven Entwicklung“ zur „intensiven Entwicklung“ als einen Paradigmenwechsel in der chinesischen Germanistik ein, bei dem die Förderung von Kreativität als Reaktion auf traditionelle und gegenwärtige Zustände von besonderer Bedeutung ist. Was bei Nietzsche mit „Kamel“, „Löwe“ und „Kind“ metaphorisch dargestellt wird, lässt sich an den Entwicklungsstadien der chinesischen Germanistik erkennen. Es gilt jedoch, ein positives Verhältnis von Rekonstruktion, Dekonstruktion und Konstruktion zu ermöglichen. Diskutiert wird auch, ob und wie die drei Ansprüche – Berufsbezug, Fachsystematik und Individualität –, über die man in China nach wie vor kontrovers diskutiert, in der gegenwärtigen Dynamik der Umstrukturierung innovativ miteinander in Einklang gebracht werden können.